Fahrzeugbau

Dehler Mobile

Die Dehler Deutschland GmbH war eine von den Brüdern Willi und Heinz Dehler gegründete Werft mit Sitz im sauerländischen Ort Meschede. Nach dem Ausstieg seines Bruders Ende der 70er Jahre entwickelte Willi Dehler neben dem Dehler-Yachtbau die Dehler-Mobile für den Ausbau von VW Transportern. Aufgrund seines großen Wissens über “glasfaserverstärkten Kunststoff” (GFK-Formziehteile) wurden in der Folge VW Modelle (beginnend mit dem T3, später auch T4 und zuletzt auf Basis VW LT) damit veredelt. Hier kam der Vorteil der leichten Bauweise und des geringen Platzbedarfs vollauf zum Tragen. So wurden die Dehler-Varianten auf VW-Basis zu einer der beliebtesten Ausbaumarken mit höchstem Renommee, wenngleich sie auch sehr kostspielig waren..

Namhafte Fachzeitschriften wählten die Dehler-Ausbauten immer wieder in die Spitzengruppe der besten Reisemobile. Klangvolle Namen der Landyachten u.a.: Dehler Profi, Dehler Maxivan, Dehler Optima 4.7, Dehler Optima 5.1, Dehler Optima 5.4, Dehler Ambiente.

Beginnend mit dem VW Typ2 T3 wurde ab ca. 1981 bis in die frühen 90er Jahre der T3-PROFI vermarktet. Neben dem revolutionären neuen Innenraumkonzept waren äußerlich die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale das cw-Wert günstige und schönste Hochdach, die neue Scheibenisolierung und die komplette Beplankung (später von VW adaptiert). Ein T3-Profi aus 1989 mit 2,1l Benziner/Schalter kostete in der Serienausstattung schon 67.407,06 DM. Weitere Extras (Met.-Lackierung, Standheizung, ABS, etc.) schraubten den Verkaufspreis schnell auf über 80.000,00 DM.
Aus diesem Grund gab es seinerzeit auch Ausbaustufen zum T3. So wurde z.B. das Dehler-Hochdach auf angelieferten Kundenfahrzeugen nachgerüstet.

Mit drohendem Modellwechsel von T3 auf T4 gab es noch mal eine würdige T3-Kleinserie: Die Basis des 2+2 war ausschließlich auf Bluestar (150 Stück) und auf Whitestar (50 Stück) beschränkt. Die Innenausstattung wurde modifiziert und aus Kostengründen abgespeckt. Ein Preisbeispiel: 2+2, 68kw, Schalter = 72.706,92 DM inkl. ein paar Extras. Deutlichster Unterschied außen: Keine Scheibenisolierung. Deutlichster Unterschied innen: klassische Sitzbankkonstruktion und Möbelanordnung. Eine Ausbauvariante vom normalen Multivan zum Dehler 2+2 wurde auch angeboten, aber mit 14.991,00 DM war der Preis so hoch, dass die Stückzahl relativ gering war.

Mit Einführung des VW Typ2 T4 (Ende 1991/Anfang 1992) wurde auch der Name Profi wieder übernommen. Natürlich wieder mit einem revolutionären neuen Innenraumkonzept. Der deutlichste Unterschied beim T4 liegt im Nutzungs- bzw. Innenraumkonzept.

Die T4-Baureihe: Profi, Profi GL, Maxivan und Maxivan GL sprachen eher den Vielfahrer mit wenigen bzw. kurzen Übernachtungen an – also ein Büro- und Konferenzfahrzeug für bis zu 6 Personen.

Die T4-Optima-Baureihe 4.7, 5.1 + 5.4 sprach dann eher den Reisemobilist mit vielen Übernachtungen an – also ein Freizeit- und Urlaubsfahrzeug für bis zu 4 Personen mit uneingeschränkter Wohneignung. Das heißt vier voneinander unabhängige Bereiche: Fahrerhaus, Wohnbereich (Sitzen/Schlafen) Arbeitsbereich (Kochen) und Sanitärbereich. Die Zahlenkombinationen deuten dabei die Fahrzeuglänge an. 4.7m = Kurzer Radstand, 5.1m = langer Radstand und 5.4m = langer Radstand mit Heckverlängerung.

Mitte der 90er Jahre geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1995 stieg Willi Dehler aus.

Ab 1996 wurde mit der großen Produktaufwertung (T4 GP) bei VW dann der Optima 5.1 eingestellt und später wurde aus dem Maxivan wieder der Profi. Dann wurde in den späten 90er Jahren auf Basis VW LT der Ambiente als „Lebenskünstler“ im Originalprospekt beschrieben. Genau diese Gattung war vielleicht das Zünglein an der Waage und gereichte der Firma Dehler Mobilbau eben nicht zum Überleben !

Die Dehler Yachtbau GmbH beantragte 1998 Konkurs für die Bereiche Yachten und Reisemobile. Am 24. März 1999 ging es für Dehler Yachtbau in Freienohl weiter. Der Motorbootproduzent Neptunus Yachts aus Als in Holland übernahm in Konkurs gegangene Werft. Vorausgegangen war bereits eine Übernahme im Dezember 1998 der holländischen van-Wersch-Gruppe. Rechtskräftig wurde sie jedoch nie. Unter dem Namen Dehler Deutschland GmbH wurde im Yachtbau dann weiterproduziert. Nach dem Kauf in 2004/05 führt der Niederländer Wilan van den Berg, das Yachtbau-Unternehmen.

Willi Dehler, der bekannte deutsche Yachtenbauer und ehemalige Chef der Dehler GmbH verstarb 70jährig am 6. August in seinem holländischen Domizil an Krebs.